Vergleich: Jackery SolarVault 3 und Marstek Venus

Wer überschüssigen Solarstrom nicht ins öffentliche Netz abgeben, sondern am Abend oder in der Nacht selbst nutzen möchte, benötigt einen passenden Batteriespeicher. Mit der SolarVault-3-Serie von Jackery und den Venus-Modellen von Marstek stehen zwei Produktfamilien zur Wahl, die unterschiedliche Schwerpunkte setzen.

Jackery konzentriert sich auf ein möglichst geschlossenes Gesamtsystem mit einfacher Einrichtung, umfangreicher Sicherheitsausstattung und automatischem Energiemanagement. Marstek bietet dagegen eine größere Auswahl unterschiedlicher Bauformen und vergleichsweise viel Speicherkapazität fürs Geld. Welche Lösung besser passt, hängt daher stark von der vorhandenen Photovoltaikanlage, dem verfügbaren Platz und den Anforderungen an die Steuerung ab.

Jackery SolarVault 3 in drei Varianten

Die SolarVault-3-Serie startet mit einer Speicherkapazität von 2,52 kWh und verwendet Lithium-Eisenphosphat-Zellen. Zur Baureihe gehören der SolarVault 3 Pro, der leistungsstärkere SolarVault 3 Pro Max sowie der AC-gekoppelte SolarVault 3 Pro Max AC.

Der SolarVault 3 Pro ist in erster Linie für Balkonkraftwerke und kleinere bis mittelgroße Photovoltaikanlagen vorgesehen. Seine Einspeiseleistung lässt sich auf die in Deutschland für Balkonkraftwerke vorgesehenen 800 Watt begrenzen. Gleichzeitig kann das Gerät über vier unabhängige MPP-Tracker eine PV-Leistung von insgesamt bis zu 4.000 Watt aufnehmen. Dadurch lassen sich mehrere Modulgruppen mit unterschiedlichen Ausrichtungen anschließen.

Der SolarVault 3 Pro Max erhöht die bidirektionale AC-Leistung auf bis zu 2.500 Watt. Die AC-Ausführung Pro Max AC richtet sich dagegen an Besitzer einer bereits installierten Photovoltaikanlage. Sie wird wechselstromseitig eingebunden und benötigt deshalb keinen direkten Anschluss der Solarmodule.

Alle drei Systeme können mit BP2500-Zusatzbatterien erweitert werden. Ein Speicherturm erreicht mit bis zu fünf Erweiterungsakkus maximal 15,12 kWh. Durch den Parallelbetrieb von drei Systemen sind insgesamt bis zu 45,36 kWh möglich.

Marstek Venus mit größerer Modellauswahl

Marstek verfolgt mit seiner Venus-Familie einen breiter aufgestellten Ansatz. Angeboten werden sowohl kompakte Balkonkraftwerkspeicher mit Solareingängen als auch besonders flache Wandspeicher und AC-gekoppelte Lösungen für bestehende Anlagen.

Den Einstieg bildet der Venus A. Das All-in-one-System besitzt eine Batterie mit 2,12 kWh und vier MPP-Tracker. Die maximale PV-Eingangsleistung beträgt 2.400 Watt. Der integrierte Wechselrichter erreicht eine Spitzenleistung von 1.500 VA, während für kurze Zeit bis zu 1.200 VA abgegeben werden können. Ein Vorteil für die Aufstellung in Wohnraumnähe ist die passive und damit geräuschlose Kühlung.

Der Venus B ist als besonders flacher AC-Speicher für die Wandmontage konzipiert. Mit einer Gehäusetiefe von 8,6 Zentimetern und einer Kapazität von 2,0 kWh eignet er sich vor allem für Haushalte mit wenig Stellfläche. Da das System AC-gekoppelt arbeitet, werden die Solarmodule nicht direkt mit dem Speicher verbunden.

Am oberen Ende der Baureihe steht der Venus D. Er verarbeitet über vier MPP-Tracker bis zu 4.000 Watt PV-Leistung und kann damit auch größere Solaranlagen einbinden. Die Basiskapazität von 2,56 kWh lässt sich schrittweise auf bis zu 15,36 kWh erweitern. Die maximale Einspeiseleistung wird mit 2.500 Watt angegeben, die Dauerleistung liegt bei bis zu 2.200 Watt.

Für die Nachrüstung einer bereits vorhandenen Photovoltaikanlage stehen außerdem der Venus C und der Venus E zur Verfügung. Der Venus E Gen 3.0 besitzt 5,12 kWh Speicherkapazität und erreicht beim Laden und Entladen eine AC-Leistung von bis zu 2,5 kW.

Die wichtigsten Unterschiede

Merkmal Jackery SolarVault 3 Pro Marstek Venus A Marstek Venus B Marstek Venus D Marstek Venus E Gen 3.0
Systemart DC- und AC-gekoppelt DC- und AC-gekoppelt AC-Speicher DC- und AC-gekoppelt AC-Speicher
Grundkapazität 2,52 kWh 2,12 kWh 2,0 kWh 2,56 kWh 5,12 kWh
Maximale PV-Leistung 4.000 W 2.400 W kein direkter PV-Eingang 4.000 W kein direkter PV-Eingang
MPP-Tracker 4 4 – 4 –
AC-Leistung 800/1.200 W bis 1.500 VA bis 1.500 W bis 2.500 W bis 2.500 W
Erweiterbar bis 15,12 kWh je Turm abhängig von Konfiguration nein bis 15,36 kWh modellabhängig
Besonderheit Sicherheits- und Energiemanagement passive Kühlung besonders flaches Gehäuse hohe PV- und Ausgangsleistung 5,12 kWh ab Werk

Die Tabelle zeigt, dass sich die beiden Baureihen nicht mit einem einzigen Modellpaar vergleichen lassen. Beim Jackery-System decken wenige Grundgeräte einen großen Leistungsbereich ab. Marstek verwendet dagegen verschiedene Gehäuse- und Anschlusskonzepte für unterschiedliche Einsatzzwecke.

Unterschiede beim Energiemanagement

Ein moderner Heimspeicher soll nicht nur Energie aufnehmen, sondern seine Leistungsabgabe möglichst genau an den aktuellen Verbrauch anpassen. Ziel ist eine geringe oder vollständig vermiedene Einspeisung überschüssiger Energie ins öffentliche Netz.

Jackery kann dafür einen Infrarot-Lesekopf verwenden, der auf die optische Schnittstelle eines kompatiblen digitalen Stromzählers gesetzt wird. Die Verbrauchsdaten werden an den Speicher übertragen, der seine Abgabe entsprechend anpasst. Daneben lassen sich je nach Installation weitere Messlösungen in das System einbinden.

Marstek setzt unter anderem auf CT-Strommessklemmen wie den CT002. Alternativ können bestimmte Modelle mit externen Energiemessgeräten wie dem Shelly Pro 3EM zusammenarbeiten. Für Nutzer von Home Assistant sind besonders die offenen Schnittstellen einiger Venus-Modelle interessant. Damit lassen sich eigene Regeln und Automatisierungen erstellen.

Jackery richtet sich damit stärker an Anwender, die eine weitgehend vorkonfigurierte Lösung wünschen. Marstek bietet mehr Möglichkeiten für eine individuelle Einbindung, setzt dafür aber teilweise ein größeres technisches Verständnis voraus.

Sicherheit und Notstromversorgung

Beide Hersteller verwenden Lithium-Eisenphosphat-Zellen, die sich durch eine hohe Zyklenfestigkeit und vergleichsweise gute thermische Stabilität auszeichnen. Für die Batteriesysteme werden mehr als 6.000 Ladezyklen genannt.

Jackery ergänzt das Batteriemanagement um eine Überwachung der Temperaturen an den elektrischen Anschlüssen. Zudem verfügen die SolarVault-3-Speicher nach Herstellerangaben über ein integriertes Aerosol-Feuerlöschsystem. Bei einer kritischen Temperaturentwicklung soll es automatisch aktiviert werden und einen möglichen Brand innerhalb des Gehäuses eindämmen.

Der SolarVault 3 Pro stellt außerdem eine Notstromleistung von 1.200 Watt bereit. Bei einem Netzausfall soll das System innerhalb von weniger als 20 Millisekunden umschalten. Welche Geräte tatsächlich versorgt werden können, hängt von deren Leistungsaufnahme und dem verwendeten Anschluss ab.

Welcher Speicher ist die bessere Wahl?

Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Der Jackery SolarVault 3 eignet sich vor allem für Anwender, die ein aufeinander abgestimmtes System mit vier leistungsstarken Solareingängen, einfacher Kapazitätserweiterung und umfangreichen Sicherheitsfunktionen suchen. Auch das integrierte Display und die weitgehend automatisierte Steuerung sprechen für diese Lösung.

Marstek überzeugt durch die größere Auswahl an Bauformen. Der passiv gekühlte Venus A ist für geräuschempfindliche Aufstellorte interessant, während der nur 8,6 Zentimeter tiefe Venus B wenig Platz beansprucht. Der Venus D wiederum richtet sich mit 4.000 Watt PV-Eingang und bis zu 15,36 kWh Kapazität an Betreiber größerer Anlagen. Soll lediglich eine vorhandene PV-Anlage um einen AC-Speicher ergänzt werden, bietet der Venus E bereits ab Werk 5,12 kWh.

Neben dem Kaufpreis sollten Interessenten daher vor allem die Größe der Solaranlage, den Stromverbrauch, den verfügbaren Standort und die gewünschte Smart-Home-Anbindung berücksichtigen. Viel Kapazität allein macht noch keinen passenden Speicher. Entscheidend ist, ob Solareingang, Ladeleistung, Messsystem und nutzbare Kapazität zur eigenen Anlage passen.

Die Speicher im Prxaistest