Mit dem Stream 5000 erweitert EcoFlow sein Angebot um einen leistungsfähigen Stromspeicher, der die Lücke zwischen klassischen Balkonkraftwerk-Batterien und größeren Heimspeichersystemen schließen soll. Die neue Speichereinheit bietet eine Kapazität von 5.024 Wh, vier separat arbeitende Solareingänge und eine zusätzliche Steckdose, über die sich Verbraucher unabhängig vom öffentlichen Stromnetz versorgen lassen.
Trotz seiner vergleichsweise großen Kapazität soll der Stream 5000 kompakt ausfallen. EcoFlow verwendet ein nahtlos ausgeführtes Aluminiumgehäuse, das nicht nur für eine hochwertige Optik sorgt, sondern gleichzeitig als passiver Kühlkörper dient. Der rund 45 Kilogramm schwere Speicher benötigt nach Angaben des Anbieters etwa ein Drittel weniger Stellfläche als vergleichbare Systeme.

Frontdisplay zeigt Akkustand und Systemmeldungen
In die Vorderseite des Speichers ist ein Display integriert. Dieses informiert unter anderem über den aktuellen Ladezustand, die Stärke der WLAN-Verbindung und mögliche Fehlercodes. Grundlegende Informationen lassen sich damit direkt am Gerät kontrollieren, ohne dafür jedes Mal die EcoFlow-App öffnen zu müssen.
Das Wärmemanagement kommt ohne Lüfter aus. Auf der Rückseite befinden sich ausgeprägte Kühlrippen mit einer mikroporösen Oberflächenstruktur. Diese soll verhindern, dass sich Schmutz und Pollen dauerhaft festsetzen und dadurch die Kühlleistung beeinträchtigen.
Da keine aktive Lüftung benötigt wird, soll die Geräuschentwicklung im Betrieb bei höchstens 30 Dezibel liegen. Das macht den Speicher grundsätzlich auch für eine Aufstellung in der Nähe von Wohnräumen interessant.
Das nach IP65 geschützte Gehäuse ist staubdicht und gegen Strahlwasser geschützt. Der Stream 5000 kann daher nicht nur im Hauswirtschaftsraum oder in der Garage, sondern auch auf einem Balkon oder einer Terrasse installiert werden. Die vom Hersteller vorgegebenen Betriebs- und Aufstellbedingungen müssen dabei berücksichtigt werden.
Vier MPPT-Tracker verarbeiten bis zu 5.000 Watt
Für den Anschluss von Solarmodulen verfügt der EcoFlow Stream 5000 über vier unabhängig voneinander arbeitende MPPT-Tracker. Jeder Eingang kann laut Anbieter eine Solarleistung von bis zu 1.250 Watt und eine Spannung von maximal 60 Volt verarbeiten. Insgesamt ergibt sich daraus eine mögliche PV-Eingangsleistung von 5.000 Watt.
Die vier getrennten Tracker sind insbesondere bei unterschiedlich ausgerichteten oder zeitweise verschatteten Solarmodulen von Vorteil. Wird ein Teil der Anlage durch ein Geländer, einen Baum oder ein benachbartes Gebäude verschattet, beeinflusst dies nicht automatisch die Leistung der übrigen Eingänge.
Damit eignet sich das System nicht nur für kleine Anlagen mit zwei Solarmodulen. Auch größere Installationen können angeschlossen werden, sofern Spannung, Stromstärke und Anschlusskonfiguration innerhalb der technischen Vorgaben liegen.
Bis zu 3.000 Watt über den Off-Grid-Ausgang
Im regulären Betrieb kann der Stream 5000 bis zu 800 Watt in das Hausnetz einspeisen. Damit orientiert sich das System an der in Deutschland geltenden Grenze für steckerfertige Solaranlagen.
Zusätzlich besitzt die Batterie einen separaten AC-Ausgang, den EcoFlow als Off-Grid Terminal bezeichnet. Über diesen Anschluss können elektrische Geräte direkt aus dem Speicher versorgt werden. Die dauerhaft abrufbare Leistung beträgt bis zu 3.000 Watt. Damit lassen sich bei einem Stromausfall beispielsweise ein Kühlschrank, ein Router, Beleuchtung oder bestimmte Elektrowerkzeuge betreiben. Und: Natürlich lässt sich über diesen AC-Ausgang auch das Ladegerät (Ladeziegel) eines Elektroautos anschließen. Der Wagen kann also mit bis zu 3 kW geladen werden. Zum Vergleich: Eine Haushaltssteckdose liefert auch nur maximal 3,7 kW.
Bei einer entsprechend ausgeführten Installation soll das System laut Anbieter auch eine Einspeiseleistung von bis zu 3.000 Watt in das Hausnetz ermöglichen. Eine solche Einbindung ist allerdings nicht mehr mit einem gewöhnlichen Balkonkraftwerk gleichzusetzen und muss fachgerecht durch einen Elektriker erfolgen. Dabei sind die jeweiligen Anschlussbedingungen und gesetzlichen Vorgaben zu beachten.

Speicher auf bis zu 15 kWh erweiterbar
EcoFlow hat den Stream 5000 modular aufgebaut. Unterhalb der Haupteinheit können bis zu zwei Stream Expansion Battery 5000 platziert werden. Die Erweiterungsbatterien werden über einen wettergeschützten Hochstromanschluss verbunden und sollen automatisch vom System erkannt werden.
Mit zwei zusätzlichen Batterien steigt die Gesamtkapazität eines Speicherturms auf rund 15 kWh. Haushalte können zunächst mit der Haupteinheit beginnen und den Speicher später vergrößern, wenn der Stromverbrauch oder die angeschlossene Solarleistung steigt.
Der neue Speicher lässt sich außerdem mit bereits vorhandenen Geräten der Stream-Serie kombinieren. Dazu gehört unter anderem der Stream Ultra. Die intelligent vernetzten Batterien können an unterschiedlichen Stellen im Gebäude aufgestellt und über das vorhandene Hausnetz zu einem virtuellen Gesamtspeicher zusammengefasst werden.
Stream AC 5000 für bestehende Solaranlagen
Als Ergänzung zur direkt mit Solarmodulen verbundenen Ausführung bietet EcoFlow den Stream AC 5000 an. Dieses Modell arbeitet wechselstromseitig und ist vor allem für die Nachrüstung bestehender PV- und Balkonkraftwerkanlagen vorgesehen.
Die Batterie wird an eine Steckdose angeschlossen. Ein kompatibler Smart Meter erfasst, ob die Solaranlage gerade mehr Strom produziert, als im Haushalt verbraucht wird. Der überschüssige Strom wird daraufhin aus dem Hausnetz aufgenommen und in der Batterie gespeichert. Steigt der Verbrauch später an, gibt das System die gespeicherte Energie wieder ab.
Dadurch kann eine bereits installierte Solaranlage um einen Speicher ergänzt werden, ohne die Verkabelung zwischen Modulen und Wechselrichter grundlegend verändern zu müssen.
LFP-Batterie mit 10.000 Ladezyklen
Im Stream 5000 kommen Lithium-Eisenphosphat-Zellen zum Einsatz. Diese Zellchemie gilt als thermisch stabil und besonders langlebig. EcoFlow nennt bis zu 10.000 vollständige Ladezyklen, bevor die nutzbare Kapazität auf 80 Prozent des ursprünglichen Wertes sinkt. Der Hersteller leitet daraus eine mögliche Nutzungsdauer von rund 15 Jahren ab und gewährt nach Angaben von Yuma zehn Jahre Garantie.
Zum Sicherheitskonzept gehören feuerbeständige Materialien, eine mechanische Fixierung der Batteriezellen und eine Überwachung auf elektrische Leckströme. Bei einem erkannten Fehlstrom soll sich das Gerät innerhalb kurzer Zeit vom Netz trennen. Zusätzlich besitzt das Gehäuse Überdruckventile, über die im Fehlerfall entstehende Gase kontrolliert abgeführt werden können.
OASIS 3.0 steuert Laden und Entladen
Gesteuert wird das Speichersystem über EcoFlows Energiemanagementplattform OASIS 3.0. Die Software berücksichtigt frühere Verbrauchsdaten, lokale Wetterprognosen und auf Wunsch dynamische Stromtarife.
Im Intelligent Mode+ kann das System beispielsweise bei niedrigen Strompreisen Energie aus dem Netz beziehen, wenn für den folgenden Tag wenig Solarertrag erwartet wird. Bei einem festen Stromtarif steht dagegen ein Eigenverbrauchsmodus zur Verfügung. Dieser speichert überschüssigen Solarstrom und stellt ihn später für den Haushalt bereit.
Ergänzt wird die Software durch den KI-basierten Assistenten EcoBot. Dieser nimmt in natürlicher Sprache formulierte Anweisungen entgegen und erstellt daraus passende Lade- und Entladestrategien.
Steuerung funktioniert auch ohne Internetverbindung
Eine weitere Neuerung ist der Local Mode. Die Kommunikation zwischen Batterie, Smartphone und Smart Meter kann innerhalb des heimischen WLAN-Netzes erfolgen, ohne dass dafür eine aktive Internetverbindung benötigt wird.
Fällt die Internetverbindung aus, sollen grundlegende Funktionen wie die Leistungsregelung und Nulleinspeisung weiterhin verfügbar bleiben. Gleichzeitig können detaillierte Verbrauchsdaten innerhalb des eigenen Netzwerks verarbeitet werden, anstatt sie ausschließlich über einen Cloud-Dienst zu übertragen.
Mit 5 kWh Kapazität, einer hohen PV-Eingangsleistung und der Erweiterungsmöglichkeit auf bis zu 15 kWh richtet sich der EcoFlow Stream 5000 an Nutzer, denen ein klassischer Balkonkraftwerk-Speicher nicht mehr ausreicht. Besonders interessant sind die vier unabhängigen Solar-Eingänge, der leistungsfähige Off-Grid-Anschluss und die Möglichkeit, neue sowie vorhandene Stream-Komponenten in einem gemeinsamen Energiesystem zu verbinden.
